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[de] Zettelkastenmethode

In diesem Beitrag möchte ich ĂŒber meine Liebe zu Markdown sowie der Zettelkastenmethode sprechen. Außerdem zeige ich einen Interessanten Weg, wie ich diese Methode digital nutze. Opensource und recht simpel, ohne dass man “ein ĂŒbelster Nerd sein muss”, aber der Reihe nach.

Meine Liebe zu Markdown

Markdown ist einfach pure Liebe. Ich habe das lange nicht zu schĂ€tzen gewusst, aber nach dem ich vor langer Zeit mich an Markdown rangewagt habe musste ich feststellen, dass ich mir kein anderes System mehr vorstellen kann. Markdown ist so simpel und doch so viel - aber das wichtigste, was Markdown ist: Es ist keine “Programmiersprache” oder Ă€hnliches. Es ist eine Syntax-Sprache, welche mit einfachsten Mitteln ermöglicht, Text zu formatieren und auszuzeichnen. Das Problem an Formatiertem Text, wie wir ihn beispielsweise aus Word kennen ist, dass dieser Text auf unterschiedlichen GerĂ€ten unterschiedlich aussieht. Er ist nicht leicht anpassbar, manchmal gehen Dinge verloren. Zudem ist das Format eben AbhĂ€ngig von der Datei - ohne Word oder OpenOffice kann man den Inhalt oft nicht auslesen. Hier kommt Markdown ins Spiel, denn Markdown ist nur minmal verĂ€nderter “Plaintext”, also reiner Text. Das sieht beispielsweise so aus:

# Überschrift eines Textes
## UnterĂŒberschrift eines Textes

Text eines Textes
**Fett** *kursiv* [Linkname](Linkadresse)

Dies kann man so in eine .txt-Datei (oder besser noch eine .md) speichern und sich mithilfe eines Markdownparser hĂŒbsch anzeigen lassen. Dieser kann auch die Syntaxe ausblenden. Dabei kann jeder Mensch seine eigene Schriftart, SchriftgrĂ¶ĂŸe und Farbe wĂ€hlen, ganz egal; denn an der ursprĂŒnglichen Formatierung geht ja nun nichts verloren. Dank Markdown weiß dein Ausgabeprogramm immer genau, wie der Text fließen / aussehen mĂŒsste, also was eine Überschrift ist, was eine UnterĂŒberschrift ist und so weiter.

Das kommt einem aber besonders im eingangs erwĂ€hnten Fall Zugute; angenommen dein Textprogramm gibt es nicht mehr. Oder du kannst, weshalb auch immer, nur noch auf die Datei zugreifen ohne das Ausgabeprogramm. Dann öffnest du einfach die .md-Datei mit dem nĂ€chstbestens Texteditor (wie beispielsweise “Editor” oder “TextEdit” etc.).

Dort wird dir zwar nun auch dieser ganze Text inklusive der Syntaxe angezeigt, aber nun kommt Markdown zu seinem Königsargument: Es ist von Menschen schnell lesbar, wÀhrend andere Syntaxformen wie HTML kompliziert erscheinen und den Lesefluss wohlmöglich stören. Hier ein direkter Vergleich eines gleichen Textes in Markdown und HTML:

# Wieso Katzen komische und sĂŒĂŸe Tiere sind
Das sollte eigentlich jeder wissen, denn Katzen sind sĂŒĂŸ.  
Da sind wir uns *alle* einig.

Aber Katzen sind auch **lustig** und manchmal ganz schön [VerrĂŒckt](https://linkzucatcontent).

Das war Markdown, konnte man eigentlich direkt so lesen, oder? Nun zu HTML:

<h1> Wieso Katzen komische und sĂŒĂŸe Tiere sind</h1><br>
<p>Das sollte eigentlich jeder wissen, denn Katzen sind sĂŒĂŸ.<br>
Da sind wir uns <i>alle</i> einig.<br></p>

<p>Aber Katzen sind auch <b>lustig</b> und manchmal ganz schön <a href="https://linkzucatcontent">VerrĂŒckt</a>.</p>

Ich denke, in langen und teilweise stark formatierten Texten ist Markdown ziemlich sicher der Gewinner in Punkto Einfachheit.

Eine ganze Anleitung wie Markdown funktioniert und welche Möglichkeiten man alles hat, findest du ĂŒbrigens hier.

Nun zur Zettelkastenmethode

Die Zettelkastenmethode ist eine besondere Art und Weise, Notizen zu erfassen und besonders, wie man diese katalogisiert. Aber wieso nicht einfach Evernote / klassiches Notizbuch oder Àhnliches nutzen?

Nebeninfo: Ich nutze auch ein klassisches Notizbuch, dazu jedoch spÀter mehr.

Ich zitiere an dieser Stelle einfach mal die deutsche Wikipedia:

Der Zettelkasten oder Katalogkasten (veraltet teilweise auch Kartothek) ist ein Hilfsmittel bei der Erstellung einer literarischen oder wissenschaftlichen Arbeit. Wichtig erscheinende Sachverhalte, die man z. B. in einem Buch gefunden hat, werden mit Quellenangabe auf Zetteln oder Karteikarten notiert und in KĂ€sten aufbewahrt und geordnet.

Besonders gute Informationen zur Methodik und auch deutlich mehr findest du ĂŒbrigens auch hier: https://zettelkasten.de/

Ich nutze diese Methode sehr simpel; auf meiner Festplatte gibt es einen Ordner, er nennt sich passenderweise “Dateienkasten”, da ich “Zettel” auf einem Rechner doch eher befremdlich finde und mal was wagen wollte! Dieses Ordner wird im ĂŒbrigen auch synchronisiert, dazu spĂ€ter mehr.

In diesem Ordner befinden sich alle meine “Zettel”, in Form von einzelnen .md-Dateien, also Markdowndateien. Sie folgen alle einem Schema, bis auf eine. Diese eine ist 01.md welche eine lose Sammlung von Stichpunkten oder auch Links enthĂ€lt, welche sehr vergĂ€nglich sind und nicht von wirklicher Relevanz fĂŒr mich. Ich lösche da alles regelmĂ€ĂŸig raus, außer ich finde etwas doch relevantes, dann erhĂ€lt es aber eine eigene Datei. Die anderen Dateien sind nach einem Schema benannt; JahrMonatTagStundeMinuteSekunde - also chronologisch. Die Datei, in welcher ich diesen Artikel im ĂŒbrigen “vorschreibe” und konzeptioniere lautet 20210123230631.md da sie zu diesem Zeitpunkt entstanden ist.

In einer solchen Datei sieht der Inhalt dann oft Àhnlich aus. Hier mal grob vereinfacht:

# 20201203204109 Weihnachtsgeschenk fĂŒr den Hund
#Weihnachten #Geschenk #Hund #Idee
Könnte nen Knochen werden, oder auch ein Hundekeks. Vielleicht auch einfach nur Spielzeug, was quietscht.

ZunÀchst fange ich im Titel mit dem Dateinamen an, worauf der eigentliche Titel folgt. Darunter kommen in der nÀchsten Zeile die Tags. Diese werden nur mit #Wasauchimmer gesetzt und vereinfachen spÀter das Suchen und Zuorden. Und dann folgt der ganze restliche Kram.

Update: Seit Dezember 2021 nutze ich Joplin fĂŒr die Bearbeitung, Synchronisierung und Organisation all der oben genannten Markdown-Dateien. Der VollstĂ€ndigkeit wegen bleibt der Rest des ursprĂŒnglichen Artikels jedoch wie folgt:

Ich nutze zum Editieren und Durchsuchen / Lesen meiner Zettel die Software Typora (Anm. 2022/06/1: Typora ist nunmehr kostenpflichtig, weshalb ich wie o.e. auf Joplin umgestiegen bin), welche ich ausdrĂŒcklich empfehlen kann. Mit Sicherheit wird Typora eines Tages Geld kosten, aber dann werde ich sie kaufen. Noch befindet sich diese sehr reife und in meinen Augen schon perfekte Software in der Entwicklung und ist daher noch kostenlos - Hut ab und Gruß an die Entwickler an dieser Stelle. Typora ist auf Mac, Linux und Windows nutzbar.

Synchronisierung

Die Synchronisierung ist eigentlich recht simpel, da es ja nur einen Ordner mit vielen, vielen Dateien gibt welchen ihr zwischen euren Rechnern und Handys synchronisieren mĂŒsst. DafĂŒr könnte man einfach einen USB-Stick, den nĂ€chstbesten Cloudanbieter oder auch eigene Serverdienste wie Nextcloud nutzen. Ich verwende jedoch Syncthing - fragt mich nicht weshalb. Vielleicht, weil man keinen Zentralen Server braucht, obwohl ich sogar einen eigenen Syncthingserver (zwecks tiefgehender Versionierung etc.) betreibe und das ganze End-to-End VerschlĂŒsselt ist. Aber letztlich könntet ihr auch Dropbox, Icloud, oder was auch immer nehmen. Wie gesagt, theoretisch reicht auch ein USB-Stick. Typora ist ĂŒbrigens unter Windows, Mac und Linux nutzbar - das macht es halt echt super angenehm und einfach.

#german #Wissensmanagement #ProduktivitÀt