Papst ruft zu "Humanismus" auf - ist das schon Satire?

Humanismus Okt. 16, 2020

Ich beziehe mich hier auf einen Artikel der Saarbrücker Zeitung nach welchem Papst Fanziskus zu einem neuen "Humanismus" aufrufe. Ich vermute, hier ist eher eine "neue humanitäre Verantwortung" gemeint, da Humanismus für die Kirche vermutlich 2000 Jahre zu früh käme.

Humanismus unterscheidet sich in einem ganz bestimmten Punkt von dem, was der Papst meint; Humanismus ist nicht wirklich vereinbar mit Religion.
Aber weshalb ist das eigentlich so? Weshalb ist Humanismus nicht vereinbar mit Religion, bzw. (und das ist der eigentlich wichtige Punkt) kritisiert Religion stark?

Zunächst sei vorab zu erwähnen, dass ich persönlich absolut nichts gegen Meschen habe, welche "glauben" oder sich zu einer religiösen Gruppierung zählen. Ich denke nur, dass diese Menschen deutlich glücklicher und friedlicher miteinander leben würden. Religion schürt schon seit Jahrhunderten Hass, Spaltung und fördert sogar Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Damals hieß es oft:

Mein Gott ist besser als deiner, deshalb gehört dein Feld jetzt mir. Wenn du es mir nicht gibst, dann nehme ich es mir.

Und mit der Zeit wurde da mitunter dann sowas draus:

Die andersgläubigen (Schwarze, Asiaten, anderschristen, was auch immer-isten) sind schlecht für uns! Sie nehmen uns den Glauben und unserem heiligen Herrn das Land

Ich vermute hier einen, der vermeintlich vielen, Grundsteine von Rassismus und bin damit nicht allein. Nun ist die Kirche zum Großteil darüber hinweg und gibt sich an vielen Stellen durchaus offener.
Aber erst zuletzt hießen Bischöfe aus Polen die "Vertreibung" von Homosexuellen gut und das ist eine absolute Katastrophe. Ich bin ja ein Freund der Taten und hier wäre die einzig Richtige; alle Bischöfe entlassen und der Kirche verweisen. Das geht gar nicht. Dass die Kirche noch immer an "klassische" Familienbilder festhält ist mir bewusst und vielleicht auch noch verständlich, selbst wenn es absoluter Humbug ist.

Zudem unterstützt die Kirche Frauenfeindlichkeit und derer Erniedrigung, sie brüstet sich mit Taten, für welche sie eigentlich kein Lob bekommen sollte (1,8 prozentige Finanzierung öffentlicher Einrichtungen wie Kindergärten und Krankenhäuser, aber dafür quasi 100% Entscheidungsgewalt, den Rest bezahlt natürlich der Steuerzahler), und die "christlichen Werte" welche hierzulande so oft gehuldigt werden (ich muss mich fast übergeben), sind noch einen ganz eigenen Post wert. Soviel aber vorab; Wir leben hier (hoffentlich) keine christlichen Werte, denn unsere freiheitlich demokratischen Werte mussten gegen die Kirche erkämpft werden. Christliche Werte umfassen so ziemlich: Hexenverbrennung, Frauenverachtung, Monarchie, Sklaverei und viele Abscheulichkeiten mehr. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Man merkt also, Humanismus und Kirche haben nicht viel, wenn sogar gar nichts gemein. Deshalb sollte der Begriff Humanismus von dem Papst besser nicht in den Mund genommen werden...

Wie eine Mitstreiterin "meiner" Partei auf diesen Zeitungsartikel reagierte, fasst es eigentlich ganz gut zusammen:

Meine Grafikgrandma Margot von der Partei der Humanisten, mit welcher ich im regen Austausch über solchen Unfug bin, sagte lediglich:

Wollen wir was dazu machen? Brüderlichkeit, Gerechtigkeit in einem Laden, in dem die Frauen systematisch benachteiligt werden, Arbeitnehmerrechte ausgesetzt, autoritärer Führungsstil usw.?

In diesem Sinne, stay secular, stay humanist.

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Tim Büning

Ich schmeiß den Laden hier, ist ja auch meine Seite. Als Humanist wohl sehr viel, jedoch meist weniger zu Politik. Dies ist schließlich was ich denke, nicht was ich tue.

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